Das PEPA-Projekt (persönliche einrichtungsübergreifende elektronische Gesundheits- und Patientenakte) ist ein Nachfolgeprojekt der ISIS-Akte (Intersektorales Informationssystem). Diese wurde im Zentrum für Informations- und Medizintechnik des Universitätsklinikums Heidelberg entwickelt und in Zusammenarbeit mit den Firmen InterComponentWare AG und Chili Radiologie GmbH umgesetzt. Ab Juli 2012 wurde die ISIS-Akte in den kardiologischen Abteilungen des Universitätsklinikums Heidelberg (Abteilung Innere Medizin III) und des Krankenhauses Weinheim der Gesundheitszentren Rhein-Neckar (GRN) pilotiert. In diesem Piloten wurden die Herzkatheterfilme aus dem Universitätsklinikum Heidelberg für die Weiterbehandlung der Patienten in Weinheim über die ISIS-Akte zur Verfügung gestellt. Mit Ausweitung auf weitere Fachbereiche des Universitätsklinikums Heidelberg mit allen relevanten Bild- und Textdokumenten wurde die ISIS-Akte im Januar 2016 in PEPA umbenannt. Aktuell ist die PEPA eine einrichtungsübergreifende elektronische Gesundheits- und Patientenakte, welche perspektivisch im Rahmen des PEPA-Projekts weiterentwickelt wird zu einer persönlichen einrichtungsübergreifenden elektronischen Gesundheits- und Patientenakte.

Die PEPA ermöglicht es Ärzten im Rahmen des Behandlungszusammenhangs, Zugriff auf Dokumente und Bilddaten, wie Herzkatheterfilme, zu erhalten, die für die gemeinsame, einrichtungsübergreifende Behandlung eines Patienten notwendig sind. Der Aufruf der zentralen PEPA erfolgt per Knopfdruck aus dem Kontext des jeweiligen Krankenhausinformationssystems (KIS). Ein separater Anmeldevorgang sowie eine weitere Patientensuche sind somit nicht erforderlich. Die Patienteneinwilligung wird vor Ort in dem jeweiligen System des Partners (KIS oder Praxissystem) dokumentiert und autorisiert die behandelnden Kollegen für den Zugriff auf die PEPA (siehe Abbildung 1).

Zugriff PEPA

Abbildung 1: Die PEPA im Kontext der Patienteneinwilligung. Rot: keine Zustimmung vorhanden => kein Zugriff. Grün: Zustimmung vorhanden => Zugriff erlaubt.

Nach Einwilligung der Patienten erfolgt die Übermittlung der Bilddaten bzw. der relevanten Dokumente aus dem KIS des Krankenhauses über standardisierte Schnittstellen (HL7 und DICOM) automatisch im Hintergrund. Dazu sind sowohl das KIS des GRN-Krankenhauses Weinheim als auch das KIS und das PACS (Bildarchivierungssystem) des Universitätsklinikums Heidelberg über verschlüsselte Verbindungen (VPN-Tunnel, Virtual Private Network) an die im Rechenzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg betriebene PEPA angebunden. Alle nötigen Softwaresysteme laufen dort zur Gewährleistung einer maximalen Daten- und Ausfallsicherheit in einer virtualisierten Umgebung (VMWare Cluster).